Natürlich schöne Haare ohne Shampoo

Heute teile ich mit ich euch, wie ich es schaffe seit anderthalb Jahren ohne Shampoo zu waschen.

Wann sind Haare schön?

Das Thema Haare ist, besonders für Frauen, oft ein sensibles Thema. Schönheitsideale… Viele Menschen sind nicht mit ihrem Äußeren zufrieden, egal wie schön, besonders und einzigartig sie sind (was alle Menschen meiner Meinung nach sowieso sind;)) Das ist so schade, denn die ganze Welt strebt nach genau den Schönheitsidealen, die sie selbst nicht haben. Asiatische Schönheiten legen sich unter’s Messer um europäischere Augen zu bekommen und die Europäer versuchen ihre vornehme Blässe im Solarium los zu werden.

Bei den Haaren verhält es sich ähnlich. Menschen mit glatten Haaren hätten am liebsten Locken oder Wellen und prachtvolle Lockenköpfe wünschen sich oftmals glatte Seidenhaare, von den künstliche Haarfarben ganz zu schweigen.

Warum können wir unser Erscheinungsbild nicht einfach so lieben und schätzen, wie es uns geschenkt wurde? Ich konnte das früher auch nicht, weil ich damals weniger Selbstbwertgefühl hatte, und mich nicht traute zu dem zu stehen, was ich bin. Einfach das schöne Ich, mit all seinen Fehlern und Macken.

Ecken und Kanten machen uns zu dem Wunder unserer eigenen Schöpfung.

Gift für die Haare

Ich hatte irgendwie das Gefühl dass meine Haare mehr können. Die gesellschaftlichen Normen hatten mir allerdings den größten Teil meines Lebens vorgegeben dass ich meine Haare färben muss um „besonders“ und „außergewöhnlich“ zu sein. Also färbte ich schwarz, dann rot, dann rotbraun. Ich färbte und stylte und föhnte, aber nie fühlte ich mich damit wirklich als Ich.

Außerdem gehörte für mich ein Lockenstab immer dazu, denn ich wollte ja Wellen und Fülle 😉 Natürlich immer die Spülung, Kur oder Trockenkur, Haarspray, Haarschaum und natürlich Spangen und Haarklammern. Wir ersticken unser Haar regelrecht in Chemie und Metall. Es wird gebändigt, geformt und verbogen. So wie es eigentlich überhaupt nicht gedacht ist. Und dann wundern wir uns dass es irgendwann schlaff und leblos aussieht.

Die Wende

Als ich schwanger wurde, hörte ich mit dem Färben auf und beschäftigte mich allgemein mehr mit Natürlichkeit und gesunder Ernährung.

Mein Kind hat mich in dieser Beziehung sehr viel gelehrt. Ich wollte für mein Kind nicht mehr fremdartig sein, indem ich mich mit Parfums, Haarspray, Deo und anderen künstlichen Geruchsstoffen zukleisterte. Ich wollte meinen, für ihn vertrauten, „Mamageruch“ behalten.

Die Chemiefreie Methode

Natürlich kann man auf Bio Shampoos umstellen ohne Silikone, Parabene, etc. Aber mich hat das nicht befriedigt. Zu teuer und immer noch mit einer Chemiebasis versehen. Also musste es radikaler werden 🙂

Nie wieder Shampoo!?

Irgendwann las ich den Blog von Happy Gaia, in dem die tolle Jen berichtet, dass sie sich die Haare nur noch mit Wasser wäscht. Ihre Haare lebten ohne Shampoo, ohne Spülung, ohne Haarkur, ohne Föhn, ohne Haarspray, ohne Sprühkur, ohne ohne ohne. Einfach nix! Nie mehr.

Ich konnte das nicht fassen, aber ich fand es dann irgendwie logisch. Die Chemiebomben, die wir uns beinahe täglich in die Haare knallen, können doch nur belasten statt wie beworben wird, zu pflegen! Unsere Kopfhaut kann sich wunderbar um Reinigung, Pflege und Wachstum der Haare kümmern, wenn wir sie in Ruhe lassen und sie nicht ständig ihrer Schutzschicht berauben. Denn die Talgschicht hat schließlich eine Funktion, die Drüsen befinden sich nicht zufällig auf unserer Kopfhaut. Die Talgschicht, die nicht nur an der Kopfhaut produziert wird, schützt vor Krankheitserregern und vor Austrocknen und entsorgt alte Hautzellen.

Der menschliche Körper ist ein Wunder, wir sollten ihm eine Chance geben 🙂

Die ersten harten Wochen

Da waren die Haare noch ganz schön widerspenstig 😉

Zugegeben, das war anfangs hart. Die ersten paar Wochen, nachdem ich die Chemikalien weg ließ, war mein Kopf eine einzige Ölfabrik. Fettig, klebrig, eklig. So fühlte es sich wochenlang an, wirklich. Aber man stelle sich vor, dass ich noch nie ohne Shampoo gelebt habe! Und das jeden zweiten Tag! Die Kopfhaut war schockiert. Kann nicht dein Ernst sein Mascha, du lässt mich meine Arbeit machen? Nääääää 😀 Nun ja ich habe ein bisschen nachgeholfen und das war in den ersten Wochen überlebenswichtig. Denn es gibt auch wunderbare natürliche Reinigungsmethoden um Geruch und Fett entgegen zu wirken. Ich nenne euch hier ein paar, mit denen ich erfolgreich experimentiert habe.

Übrigens: Die Kopfhaut braucht besonders während der Umstellung Luft, deshalb sollte erst mal auf Kopfbedeckungen verzichtet werden.

Alternativen zu Shampoo und Spülung:

  • Natron zum Reinigen (nur am Anfang zu empfehlen, da es die Kopfhaut austrocknet)
  • Heilerde oder Lavaerde als Shampooersatz
  • Zitrone mit etwas Wasser verdünnt als Spülung (sehr erfrischend und macht die Haare weich)
  • Apfelessig mit etwas Wasser verdünnt als Spülung (Nachteil starker Geruch in den Haaren)
  • Kamillenblütenaufguss (auch gut gegen den Geruch nach dem Apfelessig)
  • Gegen übermäßig Fett helfen auch Spülungen mit Lavendel (35g in 2l Wasser aufkochen und 4 Stunden ziehen lassen), Kamille oder Pfefferminze
  • Öle (z.Bsp. Kokosöl oder Mandelöl) kombiniert mit ätherischen Ölen zur Pflege (z.Bsp Lavendel, Rosmarin, Ylang Ylang)
  • Viel bürsten. Die Kopfhaut wird, auch wenn sie wieder auf natürliche Weise funktioniert, Talg / Fett produzieren. Dieses sollte durch Bürsten in den gesamten Haaren bis in die Spitzen verteilt werden.
  • Was ich ganz neu entdeckt habe ist Blütenwasser. Das bringt einen traumhaften Duft in die Haare und pflegt auch noch, je nach Sorte.

Das Ergebnis …

…ist heute, nach anderthalb Jahren Shampoo-freiem Waschen, überwältigend für mich. Das starke Fetten hat nach ca. 6-8 Wochen aufgehört. Die Haare sind nun fluffig und fühlen sich gut an.

Ich habe plötzlich Naturwellen bekommen und eine dicke, feste und voluminöse Haarpracht. Ich habe heute Haare, wie ich sie mir immer gewünscht habe, weil sie zu mir gehören, und ich würde nie wieder zurück kehren zur Chemie. Mittlerweile wasche ich nur noch nach Bedarf und nur mit Wasser. Nur in äußerst seltenen Fällen benutze ich mal die oben genannten Mittel, und nur falls ich mich in einer staubigen, rauchigen oder versmogten Großstadt- Umgebung aufhalte. Seit ich in den Tropen und Subtropen unterwegs war, sind meine Haare noch schöner geworden durch die hohe Luftfeuchtigkeit und noch mehr so wie ich sie mir wünsche 😀

Und ich habe sogar das Gefühl, dass die Haare an Farbkraft enorm zugenommen haben, während sie beim Auswachsen der Färbung blass erschienen und aschfarben. Heute sind sie wunderschön satt braun. So wie ich es mag.

Die Ernährung

Nicht zu unterschätzen, bei all den äußeren Pflegeveränderungen, ist die Ernährung. Wenn man nach sechs Wochen Durchhalten und fettigem Ansatz immer noch das Gefühl von fettigen oder miefigen Haare hat, könnte man sich einmal genauer anschauen, was auf dem eigenen Speiseplan steht. Für mich ist eine vegane Ernährung mit hohem Rohkost Anteil hier essenziell. Besser noch ganz roh, aber ein guter Anfang ist schonmal vegan. Je frischer und unbehandelter die Nahrung, desto mehr freuen sich Haut und Haar.

Es gibt jedoch einige Sachen, die für alle Ernährungstypen wichtig sind. Und auch das habe ich am eigenen Leib erfahren. Viel Zucker, gesüßte Getränke und Speisen, viel Fett und stark gesalzenes Essen wirken sich sehr ungünstig auf die Kopfhaut aus. Je sauberer ich esse, desto besser fühle ich mich seelisch und körperlich und desto frischer fühlen sich meine Haare an.

Übrigens können auch bestimmte Medikamente, Stress oder Hormonumstellungen (wie Schwangerschaft) zu übermäßiger Talgproduktion führen.

Das mit dem Stress habe ich immer wieder auch an mir selbst gemerkt, kann das also bestätigen. Aber da sind unsere Haare eben ein wunderbares Werkzeug um zu reflektieren und Entscheidungen zu überdenken.

Noch ein paar Tipps für gutes Gelingen

Für viele ist es vielleicht eine große Überwindung ihre Haare komplett zu ihrer Natürlichkeit zurück zu führen. Bei der natürlichen Haarwäsche ist viel Durchhalten und Geduld angesagt.

Positiven Einfluss hat eine natürliche und saubere Umgebung für die Haare. Sonne, frische Luft und Natur sind die beste Pflege für das Haar.

Keine Metallspangen, keine zu festen Haargummies und Zöpfe machen, das klemmt die Haare ein und lässt sie leichter brechen.

Ich benutze weder Haarspray noch sonstige Stylingmaßnahmen. Wenn ich meine Haare in Form bringen will, mache ich meine Hände feucht und fahre damit durchs Haar. Fertig. Ganz simpel. Oder ich nehme ein klein wenig Mandel-oder Kokosöl und streiche damit durch die Haare. Zöpfe sind bei mir wieder besonders aktuell geworden und ich stecke mir gerne mal ein Blümchen von der Wiese in den Zopf.

Durchhalten ist angesagt. Viele denken vielleicht: Aaach komm, ein Mal werde ich es shampoonieren und dann ist gut. Leider nein. Das Haar wird sofort wieder nachfetten, weil die Talgschicht wieder entfernt wurde mit der Chemiebombe. Wer es also ernst meint, lieber mit Lavaerde und Natron waschen und mit Zitrone oder Essig spülen.

Wichtig ist auch das Kämmen mit einer Holzbürste, am besten mit Naturborsten. Diese wirkt zusätzlich reinigend und massiert die Kopfhaut. Man sollte in den Spitzen anfangen zu bürsten und dann Richtung Ansatz gehen. So verteilt sich die Talgschicht im ganzen Haar.

Eine spirituelle Sicht auf die Haare

Jetzt habt ihr den praktischen Teil erfahren und könnt loslegen mit der Transformation für ein natürliches und chemiefreies Haarleben 🙂 Sehen wir uns noch an, welche Bedeutung die Haare für den Menschen haben und wie wir uns mehr mit unserem spirituellen Selbst und unserer energetischen Essenz verbinden können.

Bei den Lakotaindianern soll es in dem Zusammenhang heißen, dass die Spiritualität eines Mannes in dessen Haaren sitzt. Im Internet findet man überall immer wieder dieselbe Geschichte, wonach Indianer ihre langen Haare als Antennen nutzen würden. Etwas übertrieben formuliert, aber hier kann man das nachlesen: bewusstveganfroh

Auch Wolf Dieter Storl, der bekannte Ethnobotaniker, sagt dass sein langer Bart wie eine Art Antenne wirkt. Damals fing er an, barfuß zu laufen, sich die Haare und den Bart nicht mehr zu schneiden, um “besser geerdet” zu sein.

Ein ähnlicher Bezug, Haare als Antenne erscheint auch in der altnordischen und der indischen Mythologie.

Eine etwas esoterische Sichtweise ist, dass die Haare unsere Vergangenheit symbolisieren. Als klassisches Beispiel für jemanden der seine Vergangenheit hinter sich lässt kann man den buddhistischen Mönch nehmen, der all seine Haare entfernt um sich symbolisch von den Anhaftierungen der Vergangenheit zu befreien.

Aber auch in unserer Gesellschaft ist es üblich „alte Zöpfe abzuschneiden“. Vor allem bei Frauen erkennt man oft an einem neuen Kurzhaarschnitt, dass ein neuer Lebens“abschnitt“ beginnt. Manche gehen soweit zu sagen, dass Haarausfall deshalb ein Signal dafür ist, dass unser Körperbewusstsein die Vergangenheit loslässt.

Wie ist euer Verhältnis zu eurer Haarpracht? Habt ihr auch noch ein paar Tipps für Haarpflege ohne Chemie? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Abschließend ein paar Produktempfehlungen mit Links zu Amazon:

Indem ihr auf die Links klickt und die Produkte erwerbt, unterstützt ihr die Arbeit von Naturkosmos. Vielen Dank dafür.

Haarbürste 

Natron

Lavaerde und Heilerde

Kokosöl

 

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4 thoughts on “Natürlich schöne Haare ohne Shampoo

  1. Danke für den tollen Artikel!
    Ich bin jetzt seit ca 4 Monaten auch ganz natürlich unterwegs und so zufrieden wie noch nie. Meine Haare sind auch viel farbintensiver, welliger und prachtvoller. Sie lassen sich auch endlich ordentlich frisieren ohne sich zu wehren.
    Wenn mir mal nach Duft ist, dann wasche ich die Haare mit Zitronensaft oder einem selbst gebrauten Kräutersud aus Brennesseln (15-45 Minuten lang gekocht, hält sich auch ein paar Wochen im Kühlschrank). Das regt den Haarwachstum an, wirkt augbauend, spendet zusätzliche Vitalität, duftet herrlich und macht die Haare schön geschmeidig. Ich koche die Brennesseln es gern mit Pfefferminze und Rosmarin zusammen, dann wirkt der Sud herrlich belebend, entspannend und wohltuend für das ganze System. Insbesondere bei Stress wirkt es erdend und zentrierend.

    1. Ohhh es freut mich so sehr wenn noch mehr Menschen von ihrer Natürlichkeit profitieren <3 Vielen Dank für den nützlichen Tipp mit den Brennesseln! Das probiere ich auf jeden Fall auch nochmal aus.

  2. Ein toller Artikel zu dem Thema. Ich erkenne mich da 1 zu 1 wieder. Der könnte glatt von mir sein. Die gleiche Dauer, der gleiche Grund, die gleichen Erfahrungen, Ernährung und Co. So viele Übereinstimmig echt schon witzig. Danke für den Tollen Artikel ❤ Liebe Grüße von Carolin von die Rohkostlinge

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