Gemeinschaft PachaMama in Costa Rica

Viel zu kurze zwei Wochen habe ich die magische Gemeinschaft PachaMama besucht, inmitten des tropischen Regenwaldes, in der Nähe der Küste. PachaMama liegt im Nordwesten Costa Ricas am Pazifik und gehört eher zu den trockeneren Gegenden des Landes. Die Vegetation ist hier jedoch nicht weniger üppig als im Rest Costa Ricas und die Bäume erreichen in kürzester Zeit unvorstellbare Durchmesser und Höhen. Alle Pflanzen wirkten hier ganz besonders vital, kräftig und grün auf mich. Viel ursprünglicher und kraftvoller als ich es in europäischen Gegenden gesehen hatte.

Die kleine Gemeinschaft umfasst ca. 30-40 dauerhaft dort lebende Menschen, die sich um das Zentrum des kleinen Dörfchens verteilt haben. Manche leben in einer gemütlichen kleinen Holzhütte im Dschungel, andere haben sich wunderschöne, paradiesische Naturhäuser gebaut mit traumhaften Ausblicken, Hängematten und offenen Wohnräumen. Ich war bei einigen Bewohnern zu Besuch und habe mich gefühlt wie im Garten Eden.

Yoga, Meditation, Gemeinschaft

Die Gemeinschaft hat sich eine lebendige Tourismuskultur aufgebaut, die auf rein spirituelle Themen ausgerichtet ist. Es gibt Workshops, Veranstaltungen und ein Work Exchange Programm.

Das Dorf umfasst einen Dorfkern, den die Anwohner liebevoll „Downtown“ nennen. Hier gibt es das Willkommenshaus, einen Dschungelshop mit ökologischen und selbst gemachten Produkten, einen Gemüse- und Obststand, eine Gemeinschaftsküche, Duschräume, Chillout-Lounge und den großen Speisebereich mit anschließender Küche. In diesem Dorfzentrum treffen sich Anwohner, Touristen und die „Workexchanger“.

Osho Hall

Läuft man ein Stück von diesem Zentrum entfernt auf einem kleinen Pfad durch den Dschungel, kommt man zur Osho Hall.

Hier wird jeden Abend die „Silent Hour“ abgehalten. In der Osho Hall selbst wird in völliger Stille eine Stunde lang zusammen gesessen und der Rest des Dorfes verhält sich entsprechend auch ruhig, und ohne viel Lärm zu erzeugen. Diese Stunde nennen die Bewohner auch die tägliche geistige Dusche. Manche versinken in Meditation, andere sind einfach nur präsent und genießen die Musik des Dschungels. Ich habe die ganzen zwei Wochen lang fast jeden Abend während der Stunde meditiert in der Osho Hall mit den anderen. Das war unglaublich welche Energie dabei entstanden ist. Ich habe mich von Mal zu Mal innerlich friedvoller und ausgeglichener gefühlt. Und wie schon der Name sagt, viele werden ihn kennen, beruhen viele Grundideen der Gemeinschaft auf denen des bekannten spirituellen Lehrers Osho aus Indien. Ein bekanntes und kraftvolles Zitat von ihm:

„Alleinsein ist unsere ganze Natur. Das Ego hat Angst, alleine zu sein, denn im Alleinsein muss es sterben.
Das Ego existiert nur mit anderen Menschen in der Umgebung, die das Ich-Gefühl widerspiegeln.

Im Alleinsein wissen wir nicht, wer wir sind. Wir begegnen unserer Leere, der leeren Hülle unserer
Persönlichkeit, die keine wirkliche Substanz hat.

Unsere Angst vor dem Tod ist die Angst, nicht zu wissen, wer wir sind. Solange wir nicht unsere
wesentliche Natur kennen, werden wir Angst vor Tod und Sterben haben.

Meditation und ein bewusstes Hineingehen in unser Alleinsein, das sind die Schlüssel, um unsere wahre Natur zu finden.“
Osho

Großes Workshop Angebot

Neben allmorgendlichen Yogastunden, Tai Chi, und anderen Bewegungsangeboten, gibt es eine Yogalehrer Ausbildung, sowie begleitende Yogaprogramme in verschiedenen Workshops.

Für die Reinigung und Entgiftung des Körpers wird die „Cleanse Week“ angeboten und begleitet. Ich habe diesen Workshop selbst nicht mitgemacht, aber so wie ich es verstanden habe, besteht die Woche hauptsächlich aus Saftfasten und verschiedenen mentalen und körperlichen Übungen.

Zu den als sehr kraftvoll beschriebenen Workshops gelten diejenigen mit spiritueller, psychologischer Persönlichkeitsentwicklung. Außerdem noch Atemworkshops und viele andere. Zusätzlich kann man noch einiges lernen über regionale Heilpflanzen, deren Erkennung und Anwendung. Es gibt nahezu täglich mehrere Workshops, natürlich konnte ich in der Kürze nicht an allen teilnehmen.

Die folgenden Bilder wurden mir freundlicherweise vom Haus und Hof Fotografen Rakesh zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Seine Fotografie Website findet ihr hier: http://finefotografie.com/

Ich habe bei der „Aum Meditation“ mitgemacht, das war überaus kraftvoll und erfrischend. Eine gemeinschaftliche Meditation, die man eigentlich nicht als solche bezeichnen kann, da alle die ganze Zeit aktiv waren. Es geht darum tief in unsere Emotionen einzutauchen und sie zu durchleben. Wir haben uns angeschrien, getanzt, uns umarmt und durften einfach alles ausdrücken, was so oft gesellschaftlich schief angeschaut oder unterdrückt wird. Besonders die Begegnung mit den anderen Teilnehmern hat mich sehr inspiriert und berührt.

Meine Holzhütte und ich

Alles an diesem Ort hat mich verzaubert. Von meiner „Casita“, die mitten im Dschungel stand, lief ich jeden Tag einen verwachsenen Weg zur Dorfmitte. Die einfache Casita ist ein Holzhäuschen, das zu allen Seiten hin offen ist. Es gibt ein Bett, einen Schrank, einen kleinen Tisch und eine Kaltdusche außen 😉 Das war jeden Morgen und Abend unglaublich erfrischend nach einem heissen und schwitzigen Tag im Dschungel. Ich liebte diese Casita. Ich hatte hier völlige Stille und viel Zeit für mich zum meditieren. Dadurch, dass die Casita zu allen Seiten hin offen war, hatte ich immer einen engen Kontakt zur Natur und allzeit frische Luft. Nachts gab es keine Lampen im gesamten Areal. Man ist immer mit Taschenlampe unterwegs, aber das hat total seinen Reiz bei dem Sternenhimmel!

Tierische Begegnungen

Die Tiere des Dschungels sind mir in täglichen spannenden und manchmal etwas furchtsamen Begegnungen in Erinnerung geblieben. Von Skorpionen, über riesigen Spinnen, gröhlenden und röhrenden Affenarten, Fledermäusen (wohnhaft in meiner Casita), bis hin zu nächtlichen Stinktierbesuchen habe ich allerhand gesehen und bewundert. Krokodile waren ebenfalls am nahe gelegenen Strand ansässig, haben sich während meines Besuches aber nicht blicken lassen.

Sauberes Wasser

Jeder Wasserhahn des Gemeinschaftsareals und sogar die kalten Duschen waren mit gereinigtem Flusswasser ausgestattet, was verglichen mit der üblichen Wasserversorgung des Landes eine wahre Wohltat war.

Freies Lernen

Auf meinem Weg zum Dorf lag noch die Schule. Hier können Kinder verschiedenen Alters nach ihrem Tempo und Bedürfnissen spielen und selbst organisiert lernen, begleitet von unterschiedlichen Betreuern. Das Thema Lernen und Kinderbegleitung wird in Zukunft auch öfter auf diesem Blog vertreten sein.

Krank im Dschungel

Eine Woche war vergangen. Ich wollte eigentlich an einem Yoga Workshop teilnehmen, doch dann kam alles anders…

Ich buchte eine Akkupunktur und die sehr einfühlsame Akkupunkteurin hat sich meine Zunge angeschaut. Sie konnte viele Probleme im Darmbereich erkennen und ja, ich hatte schon immer einen sehr empfindlichen und reizbaren Darm. Sie setzte die Nadeln und ein Feuerwerk aus Energie und Elektrizität brach über mich herein. Es war sehr intensiv und sogar meine Gefühlslage war für ein paar Momente extrem sensibilisiert und aufgewühlt, aber auch sehr heilsam. Da hat sich etwas gelöst in mir und ich habe das auch auf körperlicher Ebene plötzlich ganz deutlich wahrgenommen. Als die Stunde vorbei war, musste ich plötzlich dringend auf Toilette und entleerte mich komplett. Das war nicht lustig, ich hatte plötzlich Krämpfe und fühlte mich fiebrig.

Die Akkupunkteurin meinte sie hat meine Leber geöffnet und das kann heftig ausfallen. Auf jeden Fall war ich dann für den Rest der Woche ausgeschaltet.

Ich bin täglich zig Mal zur Toilette gerannt mit heftigen Krämpfen.

Rock Night in der Hängematte

Ich ärgerte mich sehr darüber weil genau in dieser Zeit auch eine Feier am Fluss stattfand mit genialer Musik, Hängematten und Lagerfeuer. Das war wie ein kleines Festival und ich hatte mich so darauf gefreut. Ich wollte mir das trotz meiner heftigen Reinigung nicht nehmen lassen und so schleppte ich mich mit den anderen zum Fluss und legte mich in die Hängematte. Eine recht schlaflose Nacht, aber es kamen sooo viele liebe Menschen zu mir um nach mir zu sehen. Brachten mir Tee, pflanzliche Medizin und umsorgten mich ganz liebevoll. Ein besseres Krankenbett hätte ich mir nicht wünschen können und ein Klo war gleich in der Nähe, was im Dschungel nicht immer selbstverständlich ist 😉 Es ging mir trotz allem ganz schön dreckig, aber ich war sehr gerührt von den vielen lieben Menschen, die für mich da waren. Besonders die Akkupunkteurin hat sich dann auch noch ein bisschen verantwortlich gefühlt, obwohl es vermutlich eine Summe an Umständen waren, die dazu geführt haben, dass ich die Reinigung meines Lebens hatte. Meiner Meinung nach war das nämlich nichts anderes.

Hier einige Bilder von der Rock night vom Fotografen Rakesh:

Reinigung des Körpers

Ich habe mich komplett entleert und mein Körper hat sich von allerlei Unrat befreit. So fühlte es sich im Nachhinein an und ich bin dankbar dafür. Es bringt nämlich nichts sich dem Ärger über die Reaktion des Körpers hinzugeben. Er ist eine Supermaschine, die genau weiss was richtig für mich ist… Immer. Und da werden jetzt vermutlich einige „Neins“ ertönen, aber meiner Meinung nach darf das jeder für sich selbst entscheiden, in Eigenverantwortung.

Weniger Essen, mehr trinken

Ich habe dann im Laufe der Woche viel frisches Kokoswasser getrunken und generell eher mehr getrunken und wenig gegessen. Viele denken nämlich in so einer Situation: Man muss doch gut essen damit man Kraft bekommt! Das Gegenteil ist der Fall. Wenn man dem Darm während seiner Reinigung zu viel Essen zuführt, hat er keine Energie mehr für die Heilung. Dann ist er ständig mit Verdauen beschäftigt und ich habe mich wesentlich besser gefühlt, als ich nichts gegessen habe. Natürlich habe ich dann auch ein bisschen abgenommen, aber das ist ja überhaupt kein Problem das hinterher mit guter und nährstoffreicher Nahrung wieder aufzubauen.

Keine chemischen Medikamente

Viele Menschen haben so viel programmierte Angst um ihren Körper, dass sie ganz vergessen ihm zu vertrauen und lieber irgendwelche Pillen einwerfen. Ich habe in der ganzen Zeit nur rein pflanzliche Medizin zu mir genommen und bin mir sicher, dass mein Körper aus eigener Kraft einfach der beste Arzt ist. Eine tolle Mischung habe ich noch mitgenommen und mir notiert: Eine Tinktur, bestehend aus folgenden Heilkräutern: Katzenminze, Kamille, Berberis, Sonnenhut (Echinacea) und einigen krassen Bitterstoffen, die ich nicht genau notiert habe.

Täglich drei mal ein kleines Gläschen eingenommen, halfen diese Kräuter mir enorm.

Fazit – Aufenthalt bei PachaMama

Ich konnte den vollen Umfang der Angebote in PachaMama leider nicht nutzen, aber die Menschen die ich kennenlernte und ihr strahlendes Leuchten, werden mir immer in Erinnerung bleiben. Ich danke allen, die mich liebevoll begleitet haben als ich so krank war, ganz alleine im Dschungel. Ich fühle tiefe Dankbarkeit für diese Erfahrung, für die tausend schönen kleinen Freuden und die ganze Liebe, die die Bewohner in die Gemeinschaft stecken. Für mich ist dieser Ort allemal eine Reise wert und eine große Inspiration für Gemeinschaftsbildung und wie ein Zusammenleben mit gemeinsamen Visionen und Ideen funktionieren kann.

Besonders eindrucksvoll für mich war das viele Wissen, dass ich mit nach Hause genommen habe. Die Gemeinschaft ist ein Zentrum der Wissensteilung. Die unterschiedlichsten Nationalitäten waren als Besucher und Work Exchanger anwesend mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Es schien mir fast als hätten die Menschen, mit denen ich mich gut verstand genau die Informationen parat, die für mich wichtig und interessant waren. Da war ein Kinesiologie, der meinen Nacken einrenkte und mir allerlei nützliche und erstaunliche Dinge über die menschliche Gesundheit und Ungesundheit mitteilte.

Der Nächste verstand sich besonders gut aufs Meditieren und teilte neue und sehr inspirierende Techniken mit mir. Ein Pärchen mit intensiver und hoch spiritueller Fastenpraxis erzählte mir von seinen Erfahrungen. Eine Ansammlung von Information und Inspiration also, an diesem magischen und kraftvollen Ort. Auch dafür, und an alle, die ihr Wissen mit mir geteilt haben, vielen Dank!

Wen es interessiert, kann sich die Website von PachaMama einverleiben: http://www.pachamama.com/ 

Hier noch einige Bilder von mir:

Envision Festival

Wow was für eine Zeit! Direkt nach PachaMama ging es für mich auf das Envision Festival, auf das ich mich schon monatelang gefreut hatte und aufgrund der intensiven Darmreinigung, kam ich dort eher mit halber Kraft und Energie an. Trotzdem konnte ich die Zeit mit vielen tollen Menschen genießen. Allerdings muss man sagen, dass das Festival seinen Preis hat. Allein der Ticketpreis war schon ein riesen Wucher und das Essen war zwar hammermäßig gut und lecker, aber ebenso unbezahlbar. Für einen veganen Burger haben die umgerechnet zwischen 8 und 10 Euro verlangt. Gut dass ich gerade sowieso nicht so viel essen konnte 😀 😉 Also nochmal würde ich da nicht hin. Die Bühnen waren wirklich schön und das ganze Gelände liebevoll gestaltet. Aber die Musik fand ich unpassend zum Thema und insgesamt wirkte das Festival doch eher kommerziell als alternativ. Schade, aber eine Erfahrung war es wert.

Persönliches Wachstum

Die Zeit in Costa Rica war extrem intensiv für mich. Es war das erste Mal dass ich alleine auf Reisen war in einem völlig neuen und fremden Land. Es war eine harte Prüfung für mich, da ich alles alleine stemmen musste und das bisher in meinem Leben nie Thema war. Die Familie und Freunde waren sonst immer in der Nähe. Natürlich gab es überall hilfsbereite Menschen, aber im Grunde war ich auf mich gestellt. Die kleinsten Herausforderungen waren in dieser Phase Schwerstarbeit und nicht immer lustig. Ich fühlte aber dass ich das brauchte und dass ich enorm gestärkt aus dieser Zeit hervor gehen würde. Ich hatte mir den Trip ganz anders ausgemalt, aber die Dinge entwickeln sich natürlich immer anders als erwartet, wenn man zu viel erwartet 😉

Ich bin froh dass ich heil wieder in Deutschland gelandet bin, bei meinem Mann und meinem Kind und ich bin dankbar für jede einzelne Minute mit mir selbst, weit weg von allem mir Vertrauten. Das war der berühmte Schritt hinaus aus der Komfortzone. Und ich habe schon so einige Komfortzonen verlassen, aber diese hier war besonders wertvoll und wichtig.

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One thought on “Gemeinschaft PachaMama in Costa Rica

  1. Vielen Dank fürs Teilen. Sehr bereichernd deine Erfahrung.
    Ich fliege diesen Winter mit meiner kleinen Tochter nach Costa Rica, auf der Suche nach Gemeinschaften..ich denke ich werde Pacha Mama besuchen..

    Hast du einen Tipp für günstige Flüge?? Bei welcher Airline hast du gebucht?

    un abrazo de corazon
    Michèle

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