Mensch mit aufgerissenen Augen neben Kaffeebohnen die zzz anzeigen

Ein Leben ohne Kaffee?

Alleine schon ein Frühstück ohne Kaffee ist für die meisten Menschen unvorstellbar. Auch ich habe sehr lange gebraucht um meinen Kaffeekonsum endgültig aufzugeben und dabei zu bleiben. Warum überhaupt aufhören? Es gibt verschiedene Gründe. Mein persönlicher Hauptgrund: Weil es für mich zu einer Sucht geworden ist, die meinem Körper nicht mehr gut tat. Wenn ich meine tägliche Tasse Kaffee einmal nicht bekam, waren am darauffolgenden Morgen Kopfschmerzen und bleierne Müdigkeit die Folge. Es ging einfach nicht ohne. Ich bin nach dem Aufstehen zur Kaffeemaschine gekrochen wie ein Junkie, und so eine Abhängigkeit wollte ich unbedingt loswerden. Also beschloss ich den „Entzug“ zu machen.

Es war eine völlig neue Erfahrung tatsächlich nichts mehr auf die Reihe zu kriegen, obwohl ich gesund war. Mein Körpergefühl während der nächsten zwei Wochen war geprägt von tonnenschweren Gesteinsbrocken, mit denen Arme, Beine und Kopf beladen zu sein schienen. Auch meiner Verdauung war ich plötzlich nicht mehr Herr, denn der Darm hatte nicht mehr das Abführmittel Kaffee zur Hand. Im Klartext bedeutet es, dass ich mein Leben lang Abführmittel zu mir genommen hatte und jetzt ohne diese Krücke klarkommen musste. Mein Darm musste lernen wieder „normal“ zu funktionieren. Mittlerweile hat es sich gut eingependelt und fühlt sich besser an als noch während dem Kaffeekonsum.

Es gibt noch mehr negative Effekte des Koffeins auf den Körper, und einen möchte ich noch besonders anführen: Das Koffein bewirkt in den Nebennieren eine Ausschüttung von Adrenalin, welches wir für gewöhnlich nur in Extremsituationen benötigen. Somit wird der Körper unter Stress gesetzt, selbst wenn wir nur auf dem Sofa sitzen und ein Buch lesen. Sobald der Pegel abklingt, können die Folge dieser Belastung Müdigkeit, Kopfschmerzen und Erschöpfung sein, weshalb wir noch mehr Kaffee benötigen und den Körper weiter unter Stress setzen. Dabei werden auch nützliche Hormone wie Serotonin unterdrückt, die uns beruhigen sollen. Mir persönlich ist nach einer Tasse Kaffee immer der rasende Puls unangenehm aufgefallen und auch die Nervosität stieg die nächsten ein bis zwei Stunden deutlich an. Nachdem ich nun seit einiger Zeit komplett ohne Kaffee in den Tag starte, fühle ich keinerlei Müdigkeit oder Konzentrationsdefizite mehr. Im Gegenteil, ich bin sogar besser drauf, weil ich mich nicht mehr so von dem Koffeinschock am Morgen ablenken lasse während ich arbeite. Natürlich muss das nicht bedeuten dass du nie wieder Kaffee trinken darfst. Ich empfehle es einfach nur jedem der ohne den „Stoff“ nicht mehr klarkommt und Entzugserscheinungen hat. Denn so eine Droge ist für unser Wohlbefinden nicht sehr förderlich.

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Wie aufhören?

Jeder „Koffeinjunkie“, der einen Entzug machen möchte, sollte sich Kopfschmerzen, bleierne Müdigkeit und sogar leichte depressive Verstimmungen für die nächsten ein bis zwei Wochen in seinen Alltag einrechnen.

Natürlich ist jeder Körper anders. Es gibt auch Menschen die weniger empfindlich sind und wenig Beschwerden haben. Das lässt sich sehr leicht herausfinden, indem man einen Tag lang den Kaffee weg lässt und sich und seinen Körper am nächsten Tag beobachtet. Trotzdem würde ich jedem Menschen, der einer Festanstellung nachgeht, empfehlen sich zwei Wochen Urlaub zu nehmen, weg zu fahren und in dieser Zeit rein gar nichts zu tun 🙂

Ich persönlich wäre ohne die Einführung der veganen Rohkost sicherlich rückfällig geworden. Durch diese Ernährungsweise hatte ich nämlich einen kleinen Energieausgleich, da mein Darm nicht mehr mit schwerer Fleisch- oder Kochkost belastet war.

Zusätzlich habe ich in den ersten drei Tagen Matchatee als Kaffeeersatz getrunken zusammen mit ein wenig Guarana, was mir sehr geholfen hat. Dieses natürliche Koffein wirkt viel langsamer als Kaffee und hält auch länger an. Außerdem bleibt das nervöse Herzrasen aus und man fühlt sich einfach wohler damit. Man kann auch Grüntee trinken oder einen pflanzlichen Kaffeeersatz. Wenn du auch in Zukunft nicht mehr auf einen Muntermacher mit Koffein verzichten möchtest, greife lieber auf diese Mittel zurück statt auf Kaffee.  Mir war es wichtig am Ende völlig koffeinfrei dazustehen und ich kann diesen Zustand jedem empfehlen. Es gibt so viele schöne Möglichkeiten den Tag zu starten und die Auswahl an Teesorten, Säften und natursüßen Getränken ist schier unbegrenzt. Eine leckere Frühstücksidee findet ihr zum Beispiel hier

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Hier verlinke ich euch noch ein Video zu einem tollen Kaffeeersatz Rezept von Raw Future. Das Ganze ist vegan und Rohkost. Probiert es aus! Hier gehts zum Video

Ich bin neugierig wie es euch allen erging mit einem Kaffeeentzug. Habt ihr einen hinter euch oder wollt endlich in die Koffeinunabhängigkeit starten? Dann erzählt mir in den Kommentaren davon, ich bin sehr gespannt!

Alle Bilder (c) Mascha Seitz

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6 thoughts on “Ein Leben ohne Kaffee?

  1. Grüße aus Berlin! Immer wenn ich mal Pause habe scrolle ich etwas in deinem Blog herum. Ich kann mich nur für die vielen Informationen bedanken, die Sie hier präsentieren und kann es kaum erwarten, einen Blick zu werfen, wenn ich nach Hause komme. Ich bin erstaunt, wie schnell dein Blog auf mein Handy geladen ist .. Ich bin nicht einmal mit WIFI drin, nur 3G – aber zum Glück geht es trotzdem halbwegs! 😀

    1. Das freut mich wirklich sehr, vielen Dank! Haben Sie schon den Newsletter abonniert? Es gibt jetzt nämlich wöchentlich zwei Artikel und ich würde mich freuen wenn Sie weiterhin mitlesen 🙂
      Schöne Grüße,
      Mascha

  2. Hallo 🙂
    Heute ist Tag 1 ohne Koffein bzw. Kaffee.
    Habe mich gestern nochmal mit dem Thema beschäftigt und gedacht:
    “Jetzt probierst du es mal aus.”
    Was soll ich sagen, ich fühle mich echt müde und erschöpft.
    Ich war zwar heute morgen schon im Fitnessstudio, aber zu konzentrierten Arbeiten war ich leider nicht in der Lage. Überlege momentan, ob ich komplett auf Koffein verzichten will oder evtl. auf koffeinhaltige Tees zurückgreifen soll.
    Aber ist Koffein nicht gleich Koffein?
    Liebe Grüße
    Alina

    1. Hallo liebe Alina,
      ich kenne das Gefühl nur zu gut. Koffein ist nicht gleich Koffein. Guarana wirkt komplett anders im Körper. Ich bekomme davon im Vergleich zum Kaffee kein Herzrasen und auch auf die Verdauung wirken die Ersatzmittel lange nicht so verheerend wie Kaffee. Guarana hat auch nicht so eine Auswirkung auf den Kreislauf, also allemal besser und verträglicher für den Körper. Schonmal probiert? Genauso liegt es mit einem guten Matcha Tee. Er hat vergleichbar viel Koffein wie Kaffee, hat aber ansonsten nur gute Eigenschaften und steigert die Konzentration. Kann ich für die Übergangszeit sehr empfehlen.
      Liebe Grüße und gutes Durchhalten!
      Mascha

  3. Also ich habe gedacht ich kombiniere meinen opiatentzug ( 3 monate durchgehend wegen bandscheibenunf.),mit dem koffeinentzug. Das wird lustig, also: tag 3 vom drogenentzug und tag 1 vom
    Kaffe. So kann ich hoffentlich mich selber ueberlisten,falls mal was nicht im kopf oder koerperlich stimmt..
    Hauprsache in 10 tagen bin ich sauber wie ein neugeborenes kind. Toi toi toi junge!

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